Gastronomie goes Homing

von Lisa Kepp am 29. April 2009

Lounge-270

Wer heute ein gastronomisches Konzept aus dem Hut zaubert, hat meist einen klaren Fokus: der Lounge-Charakter muss gewahrt werden. Da werden Stühle, Sessel und Sofas um die Wette gepolstert, mit warmen Farbtönen jongliert und dann noch fehlendes Wohlfühl-Ambiente durch faszinierende LED-Spiele behoben. Du sollst nach Herzenslust chillen und genießen – und das nicht in den eigenen vier Wänden, sondern möglichst außer Haus. Gastronomie goes Homing.

Perfekt umgesetzt wird diese Idee im Koi, dem Restaurant-Bar-Konzept in Wiesbaden. Die Macher haben in ihrem ausgefallenen Restaurant eine 1A-Liegelandschaft aus weißen plüschigen Bettinseln mit transparenten Organzavorhängen geschaffen. Selbst die Wandgestaltung bleibt da nicht dem Zufall überlassen und grafische Elemente legen sich wie ein Wand-Tatoo über die weißen Flächen. Insgesamt versprüht das KOI ein bisschen 70er-Jahre-Feeling, bei dem du auch jederzeit nobel dinieren kannst. Ein 10 Gänge Menü wird ja nicht alle Tage serviert! – Ganz schön abgefahren, einfach mal die Beine hoch und sich hinlegen, um dabei zu schlemmen wie „Gott in Mannheim“!

Ganz anders und doch mit ähnlichem Anspruch hat sich das Café Hepa in der Schwalbacher Straße in Wiesbaden niedergelassen. Als Traditionsröster vor Ort lässt man im neuen Café, durch das herrlich frisch das Aroma der gerösteten Kaffeebohnen wabert, die 50er Jahre lebendig werden. Das alles schön eingebettet in moderne Sitzwelten im Leder-Look bzw. in Korbgestalt, wenn du den heimeligen Hinterhof wählst. Dazu einen schönen Caffé Latte mit ausgesuchter Torte serviert. Hm! Lecker! – Wenn Du hier nicht zum Kaffeeliebhaber wirst, wirst Du es in diesem Leben wohl überhaupt nicht mehr.

Doch lieber Party? – Gerne, denn auch der moderne Partyraum ist nicht mehr das, was er mal war (eine dunkle, verrauchte Tanzhölle). In Köln werden seit Dezember 2008 auch in diesem Bereich ganz andere Saiten aufgezogen. Der Name die wohngemeinschaft ist Programm. Im schönen belgischen Viertel angesiedelt, wo die WG-Kenner zu Hause sind, wurde ein Loft kurzerhand zum Szenentreff umgebaut. Im klassischen WG-Stil gestaltet können die Gäste jetzt zwischen dem verspielten „Mädchenzimmer“ oder der sportlich-rockigen „Jungen-Welt“ sowie der hippen Welt der 70er wählen. Die Kölner können gar nicht genug von diesem Konzept bekommen. Der Laden brummt. Da solltest Du unbedingt mal vorbeischauen.

Wie geht eigentlich „gemütlich“ auf Marokkanisch? – Wenn Du das wissen willst und dazu nicht zwangsläufig einen Fuß auf den afrikanischen Kontinent setzen müssen möchtest, dann probier’s doch erstmal in der B-Bar in Aachen. Einen Steinwurf vom Hildegart (siehe Cocktailbar) entfernt, tauchst Du hier, eingebettet zwischen Buchladen und Pizzabäcker, in die Welt von Tausend und noch mehr Nächten ein. Orientalisches Flair verströmt hier wirklich jede Pore; jedes Sofa, jedes Kissen, jeder Vorhang, jede Wandgestaltung. Von der Speisekarte locken Mezes, kleine Vorspeisen, für den kleinen Hunger.