Von wegen Suppenkasper

von Oliver am 12. June 2009

Soup-270

Ende der 90er Jahre – fast zeitgleich mit der Welle der Coffee Shops – trat eine Monokultur in der Gastronomie an, das Fast Food-Leben mit gesunden, frischen und hochwertigen Produkten aufzupeppen: die Suppenbars – scharf, exotisch, experimentierfreudig. In Japan schrieben sie zu diesem Zeitpunkt längst Geschichte und in Amerika hatten sie bereits ihren Lifestyle-Touch bekommen, bevor die Suppenwelle endgültig herüberschwappte. Und siehe da, sie hat sich auf einem hochwertigen, köstlichen und preiswerten Niveau bis heute gehalten.

Ein Blick auf die Karte zeigt schnell, hier wird mehr als Tomaten-, Spargel- oder Brokkolisuppe geboten. Das Soupreme in Offenbach zaubert zur Rush-Hour in den frühen Mittagsstunden von A wie Apfel-Kohl-Süppchen bis Z wie Zwiebelsuppe mit Cabanossi (auf Rindfleischbasis mit Crème fraîche und Knoblauchwurst) ein ständig wechselndes Suppenparadies. Essen kannst Du bequem im Stehen oder gemeinsam mit anderen Suppenliebhabern am großen gemeinsamen Esstisch. An schönen Tagen lädt dich der sonnige Hof zu einem heißen Süppchen ein.

Auch im Emmi , der Suppenbar in Bremen, bleibt man nicht bei der gutbürgerlichen Variante stehen, obwohl sich diese natürlich auch im Angebot befindet. Geliebäugelt wird mit Crossover-Suppe. Du fragst Dich sicher, was sich dahinter nun wieder verbirgt? Na, beispielsweise Karibischer Pfeffertopf oder Möhren-Erdnuss-Suppe. Wenn das dein Fall ist, unbedingt mal hineinschauen und sich eine volle Kelle in die tiefen Teller schaufeln lassen. Auch wenn’s mal etwas länger dauern kann. Denn Suppen à la Emmi sind heiß begehrt und sorgen gerne für kleinere Warteschlangen vor der Tür.

Natürlich macht die Suppenkultur vor den Toren der Hauptstadt nicht halt. Hier wurde schon 1999 die farbenfrohe Soup-Kultur gegründet, die es mittlerweile zweimal am Kudamm, in der Markgrafenstraße, in der Rosa-Luxemburg-Straße und in der Kantstraße 56 gibt. Verhungern muss hier also niemand und überrascht wird man obendrein fast täglich, denn das Suppenangebot bleibt – wie übrigens auch in den meisten anderen Bars – nicht stehen. Von der indischen Hühnersuppe bis zum andalusischen Cazpacho kannst Du Dich hier durch die Nationen probieren und wenn Du mal keine Suppe mehr sehen kannst, bekommst du in den hinreißenden Hauptstadtsuppenläden auch Pasta, Reisgerichte, Stampfkartoffeln mit Fleisch oder Gemüse und mehr.

Der Klassiker in Dresdens Suppenbar ist die Kartoffelsuppe mit Würstchen. Wie bei Muttern und vielleicht sogar noch etwas besser. Auch in dieser gemütlichen Bar kannst Du Deine Mittagspause gesund und abwechslungsreich genießen. Das Angebot wechselt wöchentlich und es wird auch gerne mal experimentiert. Wenn Du auf Süßes stehst, bist du in dieser Suppenbar ebenfalls genau richtig. Denn neben den dampfenden Terrinen sind die extravaganten Muffin-Pralinen für Nachtischfreaks vorgesehen. Bei so viel Gesundem auf dem Tisch darf ja auch ruhig mal ein bisschen gesündigt werden, oder?