Erdrutsch
Es gibt Momente, die verändern alles. Die Navigationsbranche hat gerade einen solchen Moment hinter sich. Seit Mittwoch, den 28.10.2009 ist offiziell klar, dass Google in Kürze in den USA eine eigene, kostenlose Navigationslösung zunächst für Google Android Handys auf den Markt bringen wird. Besonders pikant ist dabei, dass ihre Lösung auch noch eigenes Kartenmaterial verwendet. Das hatte so kaum jemand kommen sehen. Der daraus resultierende Erdrutsch für das Thema “Mobile Navigation” hat gerade erst begonnen.
Zwei Zahlenbeispiele geben eine wahrscheinlich eher schwache Indikation, was diese Nachricht, die für viele deutlich früher als erwartet kam, bewirkt: Der Marktwert von TomTom, dem Marktführer im Bereich Nachrüstnavigation in Europa, fiel seit der Ankündigung von Google bis heute um knapp 40%. Die Marktkapitalisierung von Garmin, dem zweiten öffentlich notierten Schwergewicht in der Branche, brach um etwa 20% ein.

Generelle Analyse
Sowohl der Produktumfang als auch die Auswirkungen des Google Navis auf den Navigationssektor per se wurden bereits sehr ausführlich in renommierten A-Medien (z.B. bei Spiegel ONLINE) und vor allem in Top-Blogs (z.B. bei O’Reilly und bei Techcrunch) behandelt. Den Ausführungen und Analysen der kompetenten Authoren ist aus meiner Sicht nichts Grundsätzliches hinzuzufügen. Google hat eine absolute Topapplikation geschaffen, da muss man gar nicht herumdeuteln. Außerdem ist Google – wahrscheinlich als weltweit einzige Firma – durch seine technologische Power, seine finanziellen Ressourcen und sein werbegetriebenes Geschäftsmodell grundsätzlich in der Lage, eine so hochwertige Navigationslösung dauerhaft für den Endkunden kostenlos anbieten zu können.
Die wesentlichen Auswirkungen lassen sich in meinen Augen wie folgt zusammenfassen:
- Navigation wird in naher Zukunft ein noch wichtigeres Kernfeature für die meisten Smartphones.
- Sobald das Google Navi auf einer Plattform in einer Region eingeführt wird, stellt sich für existierende Anbieter “über Nacht” eine extrem harte Wettbewerbssituation ein.
- Endkunden werden bei Navigationslösungen nunmehr generell sehr viel preisbewusster und damit -kritischer. Das Preis-Leistungsverhältnis rückt noch mehr in den Fokus.
- Endkunden werden ausschließlich Qualitätslösungen verlangen; Konzeptlösungen haben parallel keine Chance mehr.
- Location-basierte Werbung wird kurz- bis mittelfristig auf dem Handy Einzug halten. Die Navigation ist dafür nur ein in vielerlei Hinsicht hervorragendes Vehikel.
- Navigations- und Kartenhersteller müssen Ihre Geschäftsmodelle sehr schnell überdenken und anpassen, um durch diesen disruptiven Schritt von Google nicht aus dem “mobilen” Markt gedrängt zu werden.
- Eine intelligente Einbettung der Navigationsfunktion auf dem Handy in ein umfassenderes Servicekonzept hat das Potential, die notwendige Differenzierung vom Google-Produkt zu erreichen.
- Anbieter von Navigationslösungen für Mobiltelefone werden geographisch und gerätebezogen auf nicht von Google adressierte Bereiche ausweichen.
- Es gilt, die Nischen im Mobilfunksegment neben Google zeitnah zu besetzen oder sich auf Google-Basis auszurichten.
Spezifische Bewertung
Auch wenn es sich erstmal komisch anhört, bewerte ich bei kritischem Blick auf die genannten Punkte die Googleankündigung sogar positiv für skobbler. Sie erlaubt und zwingt uns gleichermaßen, den aktuell eingeschlagenen Weg im Grundsatz mit vollem Tempo weiterzugehen, wobei einige Anpassungen ratsam sein werden. Für Hochpreisanbieter und niedrigpreisige Konzeptlösungen wird die Luft von einem auf den anderen Tag sehr dünn.
In jedem Fall haben wir alle bei skobbler sehr großen Respekt vor dem Wettbewerb mit Google und hoffen, dass sie sich noch lange Zeit lassen, bis sie schließlich in Europa auf dem iPhone landen werden. Bereist ab morgen werden wir jedoch daran arbeiten, uns so intelligent wie möglich auf den Markteintritt vorzubereiten und skobbler entsprechend auszurichten.
Der Nutzer profitiert in jedem Fall von der Ankündigung durch Google. Spätestens jetzt darf und wird sich niemand ausruhen oder erstmal in Ruhe ausprobieren. Jetzt heißt es für alle Anbieter: Hämmern was das Zeug hält und mit jedem Schlag einen Treffer landen. Sonst wird es ganz schnell ganz eng.
Fazit und Ausblick für skobbler
Ich kann jedem, der nicht bis zum (aus unserer Sicht hoffentlich) noch etwas auf sich warten lassenden Google-Eintritt auf dem iPhone in Deutschland auf kostengünstiges Navigieren warten möchte, guten Gewissens einen Blick auf skobbler ans Herz legen.
Bei uns bekommt man eine brauchbare und sich kontinuierlich weiterentwickelnde Produktlösung, die in kurzen Schritten über einen immer kompletteren Umfang an Navigationsfeatures verfügen wird. Dabei bleibt das auf dem sehr günstigen Kaufpreis basierende und sich vor allem im Zeitverlauf durch kostenfreie Updates stets verbessernde Preis-Leistungsverhältnis ein starkes Kaufargument. Oder wie heißt es so schön im App-Text von skobbler im Apple App Store: Mit skobbler gibt’s eine Preis-Leistungsrakete …zumindest bis Google kommt. Spätestens dann wird es richtig spannend.
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Den Herstellern wie Garmin gönne ich jeden tritt in beliebige körperteile von herzen!
Wenn man sich mal anguckt was ei für ein 60csx haben wollen!
Aber ich fürchte die werden jetzt auch einfach mit allen anderen mitheulen,statt wirklich gute produkte zu liefern!
Endlich kommt Bewegung in die unverschämte Preispolitik diverser Anbieter…
Morgen!!!
Ja das wird ne harte Sache mit google!!!
Wie könnt ihr entgegenwirken??
Bietet die Karten seperat zur onboard Möglichkeit an!!
Das währe ein großer Vorteil gegenüber google, denn wo google mangels Netz abschmiert geht’s mit skobbler weiter!!
Das würden sich wohl viele kunden wünschen!!
Durch den Artikel hat man irgendwie das Gefühl, dass für skobbler nur noch das iPhone interessant ist. Seit Wochen hört man nichts mehr über andere Plattformen (Was ist mit Android, es sollte kurz nach dem Start der Version vom iPhone kommen.).
Ich würde mich mal über eine Statusmeldung freuen (lohnt sich die Android-Version jetzt überhaupt noch oder wird das eingestampft?).
Gruß jannux
Einfach die Java-Handykunden nicht vergessen.
Das Google Nav kommt zu 100% für Android und zu 99,99% für das iPhone. Mit einem guten Produkt sollte man auch Nischen abdecken können. Und gerade die Nische für Navis bei Java-Handy ist sehr groß und die Konkurrenz sehr klein.
Ich versteh nicht warum man in diesem Beitrag so viel über das iPhone liest. Google hat die Navigationslösung nicht nurs iPhone, sondern für Androids bekannt gegeben (siehe z.b. hier http://www.schoofscheiss.de/google-navigation-fur-android-2-0/ ) Daher wäre es doch sicherlich in Eurem Interesse die Navigationslösung für die Androiden voran zu treiben, um so Google ein wenig Kontra bieten zu können, bzw eine vernünftige Alternative zu schaffen. Nicht jeder wird von Google begeistert sein, da bin ich mir sicher.. Und genau da könnte skobbler punkten.
Deshalb: Konzentriert Euch doch bitte mal weniger auf das iPhone, und ein wenig mehr auf die anderen Plattformen. 2010 wird der Android das iPhone überholt haben und somit den Hype etwas abflachen.
ich denke das iPhone war ein erster kommerzieller Erfolg für Skobbler und deshalb steht es ein wenig im Focus.
Richtig und wichtig ist, den Rest mitzuziehen, da hiermit eine breite Kundenbasis gehalten wird.
Aber ich denke Google hat auch sehr fix eine Java-Anwendung beisammen.. also gilt das analog für die meisten Geräte. Und wenn sie es nicht selbst machen wollen finden sie garantiert die eine oder andere veritable Firma im Einkauf.
Lernen kann man auf jeden Fall: Blockaden gegen Innovationen bringen nichts als den eigenen Schaden. Also ist die Schlussfolgerung sich der Herausforderung zu stellen einzig richtig wenngleich spannend.
Weiter so Leutz!
Ich glaube nicht, dass Google das Navi für Java-Handys umsetzt. Dafür ist es viel zu komplex.
Es kann auch gut sein, dass das Google Navi exklusiv auf Android bleibt. So könnten sie ihr eigenes BS ein bissel pushen.
Ich nutzte Skobbler auf meinem Sony Ericsson W880i und jetzt auf dem iPhone und finde das Programm wirklich gut. Auf dem SE war es meinerr Meinung nach sogar etwas besser als auf dem iPhone, da geht mir zu vieles zu automatisch. Aber das ist eine andere Geschichte…
Wenn Skobbler sich gegen Google behaupten will, dann muss die Software sich da verbessern wo Google Schwächen hat, denn die sind nach meiner Meinung deutlich vorhanden. Was ich denke was Skobbler sofort umsetzen muss:
- Herunter laden der zu nutzenden Karten
Hier hat die Google-Lösung einen massiven Nachteil, denn es sind nicht so viele Leute die Flatrate haben oder deswegen haben wollen. Man sollte also Routen – nicht nur eine – im Voraus berechnen und abspeichern können. Da man sich ja trotzdem etwas verfahren kann oder eine Umleitung plötzlich da ist, sollte man die Dateimenge oder die km neben der Route angeben können die zusätzlich geladen werden.
- Simple Mode
Viele Navi-Nutzer benötigen ein Navi eigentlich eher wenig und sind wenn sie es dann einsetzen wollen den vielen Funktionen überfordert. Denkt auch an den Markt der älteren Personen die durch zu viel Schnickschnack irritiert werden aber heute die potentielle Käuferschaft sind weil sie genug Geld haben.
- Fussgängernavigation
Jeder der aus einem Auto steigt wird zum Fussgänger! Konzentriert Euch auf qualitativ gute Fussgängernavigation in Städten, insbesondere für touristisch interessante Orte. Wenn Sehenswürdigekeiten etc. direkt gefunden werden können und ggf. sogar die öffentlichen Verkehrsmittel angegeben werden wäre das eine Killer-Applikation!
Weitere Ideen könnte man mittels einem Workshop generieren, es gibt sicher viele Leute die gute Ideen haben!
Neben den anderen Vorschlägen hier: Vergesst mal bitte die Motorradfahrer nicht. Da könntet ihr den Motorrad-PNA-Anbietern, die teils unverschämte Preise aufrufen, bestimmt Kunden abjagen. Dazu müsste Skobbler halt so gut sein, dass man blind nur nach Ansage fahren könnte. Simplifizierte handschuhtaugliche UI müsste dann auch sein, klar. Schick wäre dann noch eine Möglichkeit, “schöne” Routen zu planen und zu finden, wenn man nur das Ziel eingibt.
@jannux:
Wir müssen uns in der Tat genau überlegen, wie wir auf der Android-Plattform vorgehen werden. Dazu wird es separat ein Update geben.
@Thomas:
Wir hoffen, dass skobbler bald so gut sein wird. Diesem Ziel entwickeln wir entgegen. Die motorradspezifischen Anpassungen werden wir kurzfristig leider nicht implementieren können.
Mein Tipp:
Versucht nicht mit den “Großen” mitzuhalten sondern konzentriert euch auf die Nische. Wie in den anderen Beiträgen zu lesen, empfehle auch ich euch die Stärken von Skobbler weiter auszubauen und die Schwächen der anderen zu nutzen. Die Konzentration auf Iphone und Android könnte euch zu viel Kraft kosten und die User der anderen Plattformen etwas vergraulen. (Ich nutze Skobbler auf dem BB Storm).
Gut finde ich z.B. die Einbeziehung der Nutzer über die Website. Hier kann man POIs eintragen, bewerten, kommentieren. Das hilft auch anderen und kann gute Locations aus dem allgemeinen Datenbrei hervorheben.
Für das Handy ganz wichtig ist eine simple Bedienung. So muss ich z.B. Eingaben ganz einfach machen können
Adressen und Namen von POIs extrem abkürzen und mich mit einem Tastendruck führen können.
Ein Beispiel dafür ist die Route66 Smartphone Edition die ich auf einem Windows Mobile laufen habe. Hier kann ich die Adresse in Fragmenten eingeben und es liefert sofort eine Auswahlliste. Selbst die Reihenfolge von Name Strasse u.s.w. ist egal.
Ansonsten kann ich nur sagen: Super App macht weiter so!
Ich denke ein Navi für den Palm Pre wäre genial. Das Gerät hat GPS und kein Navi-system. DAS ist ne Niesche die sich abzugrasen lohnt (ich zahle auf jeden Fall für ein Navi gerne Geld