Was der ganze Quatsch eigentlich sollte und der iPhone skobbler für kurze Zeit zum Sonderpreis

Wir bekommen immer noch viele Anfragen und Zweifel zugespielt, die sich mit unserer kurz nach dem Verkaufsstart von skobbler für iPhone im Apple App Store und dem rasanten Aufstieg auf Platz 1 erfolgten, abrupten Verkürzung des Einführungszeitraums und der damit einhergehenden Kommunikation der über Nacht neu eingetreten Kartensituation bei skobbler beschäftigen.

Wir haben den Quatsch bestimmt nicht freiwillig gemacht

Wie wir schon damals befürchtet hatten, witterten und wittern hier viele Kunden böse Intention auf unserer Seite. Dabei wäre das von unserer Seite hochgradig dumm gewesen: In Fußballersprache würde man die vorhersehbaren Auswirkungen des damaligen Vorgehens auf den Verkauf der App mit einem Solo über das ganze Feld mit traumhaft sicherem Abschluss ins eigene Tor vergleichen können. Vom Schaden für die Außenwahrnehmung von skobbler gar nicht zu reden. Daher hoffe ich immer noch, dass die meisten von Euch uns allein aus diesem Grunde abnehmen, dass wir die damalige Situation nicht ohne Grund so angegangen sind, wie wir es getan haben.

Ab heute kann man die faktischen Gründe dafür vielerorts nachlesen:

z.B. in einem Artikel bei SpiegelONLINE

oder in einem Artikel beim Handelsblatt

oder in einem Artikel bei Zeit ONLINE.

Jetzt sehen wir erstmal keinen Grund mehr, uns selbst auszubremsen. Auch wenn ich das sonst nicht mache, bringe ich hier mal unsere offizielle Pressemitteilung zu dem Thema. Sie fasst es in meinen Augen ganz gut zusammen:

iPhone-Navi skobbler gibt es jetzt für kurze Zeit für nur 4,99 Euro

  • Vorzeitige Preiserhöhung im Oktober erfolgte aufgrund externen Drucks
  • Navigon hatte versucht, den skobbler aus dem App Store zu drängen
  • skobbler hatte mit der kurzfristigen Preiserhöhung im Oktober die Situation deeskalieren wollen

Berlin, 20. November 2009 – Seit heute früh können alle iPhone-Nutzer den skobbler, die derzeit meistgekaufte iPhone App in der Kategorie Navigation in Apples App Store, für kurze Zeit fast 40 Prozent günstiger zu einem Preis von 4,99 Euro erwerben.

Grund für die ungeplante und sehr kurzfristige Beendigung des preisreduzierten Einführungsangebotes im Oktober war externer Druck, wie das Unternehmen jetzt bekannt gibt. Während skobbler bereits wenige Tage nach dem Launch Platz 1 sowohl als meistverkaufte als auch als umsatzstärkste App in Apples App Store eroberte, gingen die Umsätze von Wettbewerbern zurück. Insbesondere Navigon hatte danach versucht, Apple zu einer direkten Entfernung des skobbler aus dem App Store zu bewegen. Dies ist insofern besonders bemerkenswert, da skobbler von der Navigon AG 2008 aus strategischen Gründen aufgegeben und als Ausgründung 2008 an ehemalige Mitarbeiter verkauft worden war. „Da wir nicht einschätzen konnten, wie Apple mit dem Thema umgehen würde, haben wir den Preis des skobbler zunächst proaktiv erhöht, um die Situation gegenüber Navigon zu deeskalieren“, erklärt Marcus Thielking, einer der vier Gründer skobblers, die Gründe für die ungeplante Preiserhöhung im Oktober.

„Leider wurde unser Schritt der Deeskalation offensichtlich im Zuge des Herantretens an Apple durch die Navigon AG ignoriert. Apple hat sich dann zum Glück sehr fair uns gegenüber verhalten und uns die Chance zu einer Gegendarstellung gegeben. Letztlich kann man daran erkennen, dass skobbler nach wie vor erhältlich ist, wie die Sachlage durch Apple eingeschätzt wurde“, so Marcus Thielking weiter. Mittlerweile konnte skobbler auch beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegenüber der Navigon AG erwirken, die Navigon die Wiederholung der Apple gegenüber vorgebrachten Behauptungen von angeblichen Vertrags- bzw. Lizenzverletzungen durch skobbler untersagt. Hiergegen hat die Navigon AG Widerspruch erhoben.

„Da Navigon jetzt sogar trotz diverser Einigungsversuche von unserer Seite eine Klage gegen uns eingereicht hat, der wir inhaltlich gelassen entgegen sehen, sehen wir derzeit leider keine Chance auf eine gütliche Einigung. Uns ist es extrem wichtig, gegenüber der iPhone-Community die Gründe für die vorherige Preiserhöhung endlich transparent machen zu können. Wir möchten jetzt für Klarheit sorgen, dass wir die frühzeitige Preiserhöhung entgegen der Skepsis einiger Käufer nicht geplant hatten“, erklärt Marcus Thielking.

Erst vor wenigen Tagen hatte skobbler ein erstes großes Update kostenlos bereit gestellt. Nun kombiniert skobbler die rasante Updategeschwindigkeit für kurze Zeit mit einem Sonderangebot von 4,99 Euro und verbessert damit sein ohnehin hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis noch einmal deutlich.

24 Kommentare:

  1. Hallo,

    meine Meinung ist, wer sich nicht mehr selbst helfen kann, klagt eben… Wenn man Projekte abstößt, und die dann doch super funktionieren, muss man sie eben mit allen Mitteln Platt machen. Den Firmen sollte man für solche Klagen jedesmal gleich eine hohe Strafe aufbrummen. Navigon hätte dem auch mit eine höheren Preissenkung entgegenwirken können. Damit Skobbler kein reines Navi oder eine Navi App mit gespeicherten Kartendaten vollständig ersetzen kann, (keine Auslandskarten, Probleme der Netzversorgung im ländlichen Raum) dürfte den meisten (auch Navigon) klar sein. Ich sehe Skobbler als die schnelle einfache Lösung wenn man schnell ein Navi braucht. Eine Lösung die ich aber neben meinem Becker Navi (für längere Strecken) nicht mehr missen mag. Weiter so…
    P.s.: Ich hoffe nur das es keine Open Street Map in Zukunft gibt… In Ballungszentren vielleicht Top, aber im ländlichen Raum der totale Supergau…

  2. Hi,

    also ich finde euer Projekt super! Habs mit gleich am Releasetag geladen – und nicht bereut. Ist ja wohl klar das ein Navi mit festinstallierten Karten anders Navigieren kann. Aber wie Markus schon sagte, um mal eben schnell irgendwo hin zu finden wirklich spitze! Wenn die Karte auch endlich mal Genordet ist bzw. eine 3D Ansicht an Bord ist, wird das schon ziemlich unschlagbar sein für den Preis! Für 100km zieht Skobbler auch ziemlich wenig Daten aus dem Netz.. will echt nicht mehr darauf verzichten. Ich hoffe für euch – und auch für uns User, das Navigon vor Gericht mal die Leviten gelesen wird und dann endlich Ruhe in die Sache einkehrt! Auf jedenfall weiter so wie bisher ;) die Entwicklung von der ersten Version bis jetzt is doch schon ein guter Schritt..

  3. Also ich habe bisher Navigon verwendet. Seit ich von dieser Storry hier erfahren habe, werde ich Navigon niemandem mehr empfehlen und Skobbler kaufen. Manchmal braucht man gar keinen Anwalt, es genügt die User auf seiner Seite zu haben. Firmen, die einen Rückzieher machen mussten, wegen sich anbahnender Imageschäden haben wir ja scjon gesehen.

  4. Gut, Navigon hat wohl, mit Ausgliederung/Verkauf der Handy-Navigationslösung zu Skobbler, seinerzeit einen strategischen Fehler gemacht. Jetzt, nachdem dort den Wirtschaftstrategen die Augen aufgegangen sind, versuchen Sie halt alles zu tun, um den Schaden aus diesem Fehler klein zu halten. Das ist halt Marktwirtschaft. Ich glaube da gibt es so etwas wie -fair- nicht unbedingt.
    Ich finde jedenfalls Skobbler ideal, vor allem wenn ich ständig das Fahrzeug wechsle oder nur mal kurz ne Navigation brauche.
    Toll finde ich den grandiosen Erfolg im App-Store! auch wenn ich dafür leider mit meinem BB Storm das falsche Handy habe. BTW: Es gibt auch eine Blackberry-Appworld, die man mit Skobbler beglücken könnte. Eure Storm-App ist fast fertig und ich würde für eine gut funktionierende Version auch bezahlen……..

  5. Das alles nennt man freien Wettbewerb.

    Als User finde ich die Rolle, die Apple jetzt hat am beunruhigensten an der ganzen Sache. Alles hängt von deren Wohlwollen ab. Es gibt kein einklagbares Recht auf einen Platz im Appstore.

    Spannende Branche jedenfalls, viel Glück dem David unter diesen Goliaths.

  6. Also wenn ich nach dem Bericht auf Handelsblatt.com gehe, dann liegt das Ganze wohl daran, dass Skobbler zu sehr ein Navi ist und nicht den Fokus auf die Community legt. Was nach Meinung von Navigon die Verträge verletzt, weil ein Konkurrenzprodukt dort ausgeschlossen wurde.

    Das klingt schon sehr nach nem spannenden Rechtsstreit. Wenn dem wirklich so sein sollte, dann kann ich Navigon schon auch verstehen.
    Vielleicht würde ein Zwangs-Login beim Skobbler-Start dem ganzen die Lösung bringen. Ich denke auch, dass viele Nutzer das trotz Kritik einsehen und mitmachen würden.
    Aber das ist ja nur so ne Überlegung und ich will hier keine Gerüchte in die Welt setzen!

    Sicher ist nur, dass Navigon einen Imageschaden erleiden wird. Man geht mit eigenem Blut so nicht um!

  7. Hallo erstmal an alle.

    Ich bin erstens sehr froh, dass ich dieses Angebot von euch gefunden habe.
    Was ich jetzt aber nicht verstehe ist.
    gilt das mit dem Preis für Skobbler jetzt nur für die, die ein Iphone benutzen oder auch für die, wie z. B. ich ein Nokia 5800 bentuzen ?

    Vielen dank

    Ps. Ich finde es richtig scheisse das die gleich darauß so eine große aktion machen und gleich bei den großen “Nachrichten Häuser” darüber berichten und somit “UNS SKOBBLER USER” ins negative drängen und dich Markus.
    Wünsche dir viel erfolg noch bei den verhandlungen.

  8. Ich sehe das so: wer sein navi nach der Einführung der Google-Navigation nicht sehr preisbewusst verkauft wird untergehen!
    Ein paar Monate haben Navigon + TomTom in Europa noch, dann wirds ernst.
    Vielleicht könnte man das ‘Preis-Problem’ hinausschieben wenn es gelingt Skobbler auszuschalten. Spätestens wenn die Google-Navigation in Europa auftaucht kommt das Problem aber wieder, und dann sogar verschärft!

    Wer sich dem Googles Preisdruck nicht anpasst geht unter! Natürlich ärgern sich Nokia und Co über ihren teuren Zukäufe und wollen das Geld nicht abschreiben, aber mittelfristig es gibt keine Alternative zu einer maximal 10,- EUR Navigationslösung fürs Handy, von mir aus auch 30,- EUR für Offboard-Systeme.

    Wie wäre es denn damit: Navigon kauft Skobbler auf und integriert es als Low-Cost Konkurrenz gegen Google, Teleatlas und Navteq!?

    Auf jeden Fall sehr spannend! man kann es drehen und wenden wie man will, Navigation wird demnächst ein günstiges Goodie sein, für das niemand viel bezahlen wird. Wer das nicht versteht geht (zu Recht) unter!

  9. Mal wieder lächerlich. So wie sich die Geschichte liest, hat Navigon einfach nur Angst vor Konkurrenz. Aber wie heißt es immer so schön: Qualität braucht keine Konkurrenz zu fürchten! Durch solche Schritte fängt sich Navigon den typischen Ruf der bösen Firma ein. Selbst Schuld, die Kunden werden entscheiden!

    skobbler: macht weiter so, und lasst euch nichts gefallen von navigon.

    Aufgrund der Meldung werde ich Navigon nicht mehr weiterempfehlen und skobbler weiterhin hoch loben.

    lg Olli

  10. Hallo, ich habe auf SpOn von euch gelesen. Sehr gut. Nicht von grossen, unfair spielenden Playern einschüchtern lassen! Ihr habt Eier, ihr gewinnt. Ich sage das aus Erfahrung UND aus aktuellem Anlass.
    Meine Sympathien habt ihr.
    VG
    Ehssan.

  11. @Markus:
    Wir sind eifrig am Testen und sind bislang wirklich positiv von OSM überrascht. Zieh nicht Roadee als Maßstab heran – da geht deutlich mehr.

  12. Schöne Arbeit was ihr da macht. Ich habe eigentlich nur über die einschlägigen Pressemeldungen von Skobbler erfahren und habs mir gleich mal gekauft. Ja, geht echt prima.

    Ich werde mir für ganz Europa noch ein “richtiges” Navi zulegen aber es wird bestimmt kein Navigon werden.
    Hachja, wieder ein neuer Eintrag in meiner Pers. Bad Company Liste.

    Alles Gute und weiter so :-)

  13. Alles super,

    einzig die Ankündigung, man werde spätestens zum 10. März das Kartenmaterial wechsen (z.b: OpenStreetMap), finde ich etwas dämpfend…

    Gruß
    Carsten

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