Abbiegebeschränkungen waren eines unser Hauptbedenken bei dem Wechsel auf die OpenStreetMap-Karte. Die erste OpenStreetMap-Version von skobbler hatte gar keine Abbiegebeschränkungen unterstützt, was uns auch ziemlich unangenehm war. Noch immer sind Abbiegebeschränkungen ein Thema, aber in diesem Bereich hat sich eine Menge getan in den letzten Monaten. Das möchte ich hier einmal kurz demonstrieren.
skobbler hat dafür gesorgt, dass die Erfassung von Abbiegebeschränkungen in einem der beiden großen OpenStreetMap-Editoren vereinfacht wurde. Mit Hilfe des Schweizers Karl Guggisberg wurde für JOSM ein Plug-In erstellt, dass das Hinzufügen von Abbiegebeschränkungen kinderleicht macht.
Wenn man sich nun die Statistik in Deutschland anschaut, dann sieht man, dass seit dem Wechsel von skobbler auf die OpenStreetMap-Karte, das heißt in den letzten vier Monaten, 63% neue Abbiegebeschränkungen dazu gekommen sind. Wir finden, das ist eine tolle Leistung und möchten uns dafür bei allen Mappern bedanken, die sich daran beteiligt haben.
Zudem möchten wir darauf hinweisen, dass auch eine neue Version des anderen großen OpenStreetMap-Editors in den Startlöchern (Alpha-Version) steht, Potlatch2. Und auch Potlatch2 wird von Anfang an eine ganz einfache Möglichkeit zur Erfassung von Abbiegebeschränkungen enthalten. Hier hat Richard Fairhust und sein Entwicklungsteam um Potlatch2 ganze Arbeit geleistet.
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{ 6 Kommentare }
räusper…63% klingt viel, aber absolut ~12000 Abbiegebeschränkungen sind jetzt nicht die Welt, oder
…schade eigentlich. Der Hintergedanke von OSM war wohl bisher nicht damit unbedingt navigieren zu wollen. Hoffentlich ändert sich das noch…
klar, 12000 Abbiegebeschränkungen ist wirklich nicht die Welt. Aber fast 5000 neue Abbiegebeschränkungen innerhalb 4 Monaten, das ist schon mal gar nicht übel…
Aber stimmt: zuerst war OSM gar nicht zum navigieren gedacht, sondern als freie Alternative zu google-maps und anderen komerziellen Karten. Aber unterdessen ist OSM doch auch zum navigieren gedacht – auch wenn momentan noch viele Abbiegebeschränkungen und maxspeeds und und und fehlen. Aber das wird ja laufend ergänzt.
Eine Zahl der vollständigen Abbiegebeschränkungen existiert leider nicht für Deutschland und auch ein Vergleich mit anderen Anbietern ist schwierig, da man unterschiedlich “zählen” kann. In eine Einbahnstrasse darf man ja auch nicht abbiegen und das wird hierbei beispielsweise gar nicht gezählt.
Wir gehen davon aus, dass diese Zahl etwa knapp der Hälfte aller Abbiegebeschränkungen entspricht. Wir gehen deshalb auch davon aus, dass in 2011 mehr als 90% aller Abbiegebeschränkungen in Deutschland erfasst sein werden.
@olimic:
OpenStreetMap war von Anfang an und ist immer noch nichts weiter als eine freie Geodatenbank. Der Hintergedanke war von Anfang an eigentlich nur, dass das Kartenmaterial, das digital verfügbar ist, nirgendwo einem die Nutzung unter freier Lizenz erlaubt. Natürlich war der Hintergedanke zunächst, Karten zu schaffen, die unter einer freien Lizenz verwendbar sind, und so entstand zuallererst zumeist ein Straßennetz.
OpenStreetMap eignete sich aber quasi schon von Beginn an für die Erfassung annähernd aller geografischen Informationen (die von allgemeinem Interesse sind), man muss sich nur ein geeignetes Schema für die Erfassung dieser Daten ausdenken und sich mit den anderen Datenerfassern darauf einigen.
Während die Erfassung von Straßen ganz einfach ist (Einfach einen Weg einzeichnen) und auch die Erfassung der Attribute sehr leicht ist (name=Heinestraße, maxspeed=30, oneway=yes), ist es nun einfach so, dass zur Erfassung einer Abbiegebeschränkung einfach mehr Aufwand betrieben werden muss, denn eine Abbiegebeschränkung ist nie die Eigenschaft einer Straße, sondern immer nur eine Eigenschaft, wie zwei Straßen, meist auch nur aus bestimmten Fahrtrichtungen gesehen, zueinander stehen. Dafür braucht man mehr Komplexität im Datenmodell, die zwar auch schon mit dem Typ „Relation“ recht bald eingeführt wurde, die aber zugegebenermaßen nicht ganz so einfach zu bedienen ist.
Meine erste Abbiegebeschränkung habe ich vor circa zwei Jahren eingetragen, zu diesem Zeitpunkt gab es weltweit in OpenStreetMap vielleicht gerade mal eine niedrige fünfstellige Zahl an Relationen gleich welchen Types. Insofern sind 12000 Abbiegebeschränkungen heute in Deutschland schon ein sehr großer Erfolg!
Natürlich stand auch ganz von Beginn auch eine Vision im Vordergrund, auf den Daten einmal routen zu können, denn ansonsten hätte man sich vielleicht mit dem „Malen“ einer Karte ganz ohne dem komplexen Datenmodell ja bereits zufrieden geben können. Jedoch muss man immer bedenken, dass die Daten in der OpenStreetMap von keinem homogenen Haufen erfasst werden, sondern von einer Vielzahl von Individuen. Nicht alle können oder konnten bisher mit den Abbiegebeschränkungen umgehen und solange diese nicht genutzt wurden, waren diese Informationen auch für viele nicht so wichtig. Das ändert sich derzeit glücklicherweise und Abbiegebeschränkungen stehen auf der Liste der meisten Mapper sehr weit oben. Man kann nur nicht von jedem Freiwilligen erwarten, der sich in das zugegebenermaßen nicht ganz einfache System OSM einarbeitet *), dass er auch im ersten Durchlauf gleich die Abbiegebeschränkungen gleich dabei hat.
Die Abbiegerelationen werden kommen, in der Stadt, wo man sie vermutlich zunächst dringender braucht vermutlich auch zuerst, auf dem Land wird es etwas länger dauern. Ich glaube, die 90% Abdeckung bis Ende 2011 sind gar nicht so unrealistisch, zumindest bezogen auf die von OSM überhaupt erfassten Gebiete (auch 2011 wird es noch vereinzelte Dörfer in der Pampa geben, die aus nicht viel mehr als der Durchfahrtsstraße bestehen werden). Und wer möchte, dass es schneller geht, hilft mit (es geht inzwischen einfacher als früher, auch dank des gesponsorten Plugins!), oder liefert uns zumindest (bitte ganz präzise!) Bugreports auf openstreetbugs.org, oder hier im Bugtracker!
Liebe Grüße von einem Mapper und stolzem Gelegenheits-Skobbler-Nutzer
*) das Fass, dass das Mappen in OSM leichter werden muss, möchte ich nicht aufmachen. Das Erfassen in diesem Detailreichtum, wie wir das teilweise schon tun, ist eine äußerst komplexe und nicht leichte Angelegenheit. Ja, unsere Editoren müssen benutzerfreundlicher werden, andererseits ist es manchmal auch gut, dass die Einstiegshürde so hoch liegt. So müssen wir uns im Moment noch nicht sooo viel Angst darum machen, dass komplexe Strukturen allzu leicht beim Editieren kaputt gehen.
Das Projekt der Woche nimmt sich übrigens dieses Problems an:
http://wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:Project_of_the_week/2010/Aug_29
klar, 12000 Abbiegebeschränkungen ist wirklich nicht die Welt. Aber fast 5000 neue Abbiegebeschränkungen innerhalb 4 Monaten, das ist schon mal gar nicht übel… Aber stimmt: zuerst war OSM gar nicht zum navigieren gedacht, sondern als freie Alternative zu google-maps und anderen komerziellen Karten. Aber unterdessen ist OSM doch auch zum navigieren gedacht – auch wenn momentan noch viele Abbiegebeschränkungen und maxspeeds und und und fehlen. Aber das wird ja laufend ergänzt.
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