Wir erhalten in den letzten Wochen immer mehr Anfragen, auf welchen Plattformen skobbler in Zukunft erhältlich sein wird bzw. Fragen à la „Wann wird endlich mein Handy XYZ durch Euch unterstützt“. Oftmals wird dabei zu Recht auf Aussagen von uns verwiesen, die hier im Blog zu einem früheren Zeitpunkt gemacht wurden. Leider gab es jedoch die ein oder andere überraschende Marktentwicklung und auch skobbler selbst wurde ziemlich kalt erwischt. Maßgeblich aus diesen Gründen hat sich vieles bei uns verändert und mussten einige Pläne komplett verworfen werden.
Auch wenn ich vor kurzem die weitere Marschrichtung bei skobbler und deren Begründung in Grundzügen darzulegen versucht habe, so möchte ich mit diesem Blogpost endgültig Klarheit schaffen, wie und auf welchen Handys es bei uns weiter geht.
FOKUSSIERUNG ODER TOD
Generell weise ich vorab darauf hin, dass wir uns in der Situation befinden, ein relativ komplexes Produkt in kurzer Zeit innovativ ausbauen zu müssen, um damit am Markt nachhaltig Erfolg haben zu können. Die Ereignisse der letzten Wochen haben uns noch mal eine wahre Gerölllawine zusätzlicher Steine in den Weg gelegt.
Dieser Situation begegnen wir mit einer relativ kleinen Mannschaft und begrenzten Mitteln. Gerade auch deswegen sind wir gezwungen, klar und fokussiert vorzugehen. Sonst verzetteln wir uns und werden letztlich komplett scheitern. Wir schaffen es nicht, verschiedenste Handyplattformen parallel zu entwickeln, ohne an lebensnotwendiger Geschwindigkeit und Qualität zu verlieren. Die Parallelentwicklung haben wir einige Monate versucht und sind daran gescheitert. Somit werden wir uns im Bezug auf die anstehende Weiterentwicklung auf Handyplattformen konzentrieren, die zwei primäre Kriterien erfüllen:
- Geringe Fragmentierung, d.h. möglichst wenige verschiedene Gerätetypen, Auflösungen, Eigenheiten etc.
- Funktionierender, einheitlicher Vertriebskanal, um uns als Unternehmen möglichst selbst tragen zu können
Diese grundlegende Betrachtungsweise führt damit zu den im Folgenden beschriebenen Auswirkungen auf die einzelnen Handyplattformen:
ANDROID KOMMT IN 2010
In unserem Newsletter im Oktober haben wir bereits verkündet, dass sich die skobbler Version für Google Android Telefone kurz vor der Fertigstellung befände. Mittlerweile haben einige von Euch vielleicht auch schon in diversen Foren von Betatests gehört. Nicht zuletzt im Rahmen der Einführung der Google-Navigation in den USA haben wir uns allerdings letztlich dazu entschlossen, die aktuelle, bereits fast fertige Version von skobbler noch nicht in den Android Market einzuführen. Wir müssen hier in einigen Punkten einen anderen Weg gehen, als wir ihn ursprünglich vorgesehen hatten, um im Wettbewerb mittelfristig bestehen zu können. Zudem macht die Einführung einer Android Version vor unserem Kartenwechsel im März keinen Sinn.
Vor diesem Hintergrund entwickeln wir nun eine in vielerlei Hinsicht komplett neue, aufgebohrte Version für den Android Market. Wir sehen diesen Schritt mit Bezug auf die aktuellen Entwicklungen als notwendig an und hoffen auf Euer Verständnis.
JAVA/SYMBIAN/BLACKBERRY SIND AKTUELL FÜR UNS ZU FRAGMENTIERT
Grundsätzlich haben wir die Weiterentwicklung dieser Plattformen im Zuge der oben begründeten Fokussierung eingefroren. Der Fragmentierungsgrad und insbesondere bei Blackberry die große Anzahl an individuellen Datenverbindungseigenheiten sind für uns aktuell nicht zu schultern.
Nun hat sich die Situation noch etwas verschärft: Leider war es uns vor dem Hintergrund der Ereignisse der letzten Wochen entgegen unserer ursprünglichen Annahmen nicht möglich, die notwendigen Lizenzregelungen zu verlängern, um auch im neuen Jahr skobbler kostenlos anbieten zu können. Wir haben hier bis zuletzt auf eine Entspannung der Lage gehofft, die sich allerdings nicht eingestellt hat.
Das bedeutet, dass wir spätestens zum Jahreswechsel den kostenlosen Download der skobbler Beta-Versionen nicht mehr anbieten dürfen. Damit wird skobbler ab diesem Zeitpunkt zunächst nicht mehr für Symbian-, Java- und Blackberry-Geräte herunterladbar sein. Die bereits auf Handys kostenlos installierten Applikationen könnten im gleichen Zuge unter Umständen auch recht kurzfristig nicht mehr funktionieren. Wir können Euch vorerst nichts Besseres raten, als skobbler einfach hin und wieder einmal auszuprobieren, um zu sehen, ob er noch funktioniert.
Wir werden uns kapazitätsbedingt auf keinen Fall vor dem Kartenwechsel auf OpenStreetMap (OSM) mit einer Portierung der aktuellen skobbler Version auf eine der genannten Plattformen befassen können. Wenn dieser abgeschlossen ist, wird sich eine gänzlich neue Grundkonstellation ergeben. In welcher Form und Reihenfolge eine eventuelle Portierung geschehen wird, hängt allerdings von einigen Faktoren ab, die wir aus heutiger Sicht noch nicht zufriedenstellend einschätzen können. Daher gibt es an dieser Stelle noch keine konkreten Ankündigungen. Wir halten Euch in jedem Fall (z.B. im Blog) auf dem Laufenden.
ES IST NOCH NICHT DIE ZEIT FÜR WINDOWS MOBILE APPS
Die Entwicklung für Windows Mobile können wir uns unter den gegebenen Umständen weder kapazitätsbezogen noch finanziell leisten. Zudem hoffen wir im Laufe des nächsten Jahres auf eine deutliche Verbesserung der Vertriebsmöglichkeiten (Was passiert eigentlich mit Skymarket?). Dann kann Windows Mobile wieder eine wichtige Rolle in unseren Überlegungen spielen.
IPHONE WEIST DEN WEG
Das iPhone bleibt bis zur Markteinführung der oben angesprochenen Android App unsere Fokusplattform. Hier geht’s in jeder Hinsicht ab: keine Fragmentierung, klasse App-Integration, funktionierende App-Plattform, großes App-Marktvolumen. Hier geben wir Gas. Die Version 1.5. von skobbler für das iPhone stellt bereits das vierte Update seit Mitte Oktober dar. Damit legen wir eine wirklich gute Innovationsgeschwindigkeit vor, die wir auf jeden Fall auch weiterhin halten wollen. Natürlich müssen wir dabei auch noch besser darauf achten, dass wir uns nicht hin und wieder selbst zum Stolpern bringen, um zum Beispiel ein „Testphasen“-Ei zu legen.
In den nächsten Wochen müssen und werden wir das Kartenwechsel-Gebirge überqueren, welches sich plötzlich vor uns aufgetürmt hat. In der Zwischenzeit wird es wohl keine Updates geben. Allerdings werden mit dem Wechsel endlich die langersehnten Top-Features „Karte in Fahrtrichtung“ und „2,5D-Ansicht“ Einzug halten. Darauf warten viele (auch wir) schon sehnsüchtig, wie auch unser Wunschkonzertergebnis gezeigt hat.
Bis dahin zunächst viel Spaß mit den neuen Features der skobbler Weihnachtsbescherung und insbesondere dem damit verbundenen Nachlass für einen hochwertigen iPhone-Autohalter.
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Nachtrag (15.01.2010):
Zunächst möchte ich Euch allen für Euer ehrliches und ausführliches Feedback danken. Ich kann Euren Ärger nachvollziehen. In einer perfekten Welt hätte ich mir auch gewünscht, dass wir weiterhin alle bereits unterstützten Plattformen mit gleicher Geschwindigkeit vorantreiben können. Erlaubt mir bitte, einen Punkt noch einmal deutlich herauszustellen, der wohl noch nicht rübergekommen ist.
Die Fokussierung ist für uns gerade im Rahmen der notwendigen Kartenumstellung ein Muss. Es ist der einzige Weg. Wir optimieren uns damit nicht, wir retten uns damit über die Zeit.
Die Kartenumstellung kommt in vielen Belangen beinahe einer kompletten Neuentwicklung von skobbler gleich. Das ist ein ganz immenser und risikoreicher Entwicklungsaufwand.
Wenn wir jetzt Symbian/Java/Blackberry weiter entwickeln würden, wäre das ein so enormer Mehraufwand, dass wir den niemals vernünftig schultern könnten. Wir müssten jedes einzelne zusätzlich unterstützte Modell ausgiebig testen. Navigation ist ein so komplexes Produktfeld, dass man da nicht “mal eben” noch ein paar zusätzliche Plattformen nebenher entwickelt.
Dazu fehlen uns jede Menge Entwickler (die man auch nicht „mal eben so“ bekommt), dazu fehlt uns jede Menge Geld (das man auch nicht „mal eben so“ bekommt).
Somit hat die zugrundeliegende Situation auch kurzfristig nichts damit zu tun, ob wir dann letztlich für das Symbian/Java/Blackberry-Produkt Geld verlangen oder nicht (und uns damit evtl. refinanzieren könnten). Wir wären zu diesem Zeitpunkt schlicht und einfach bereits platt.
Lasst es mich nochmals unterstreichen:
Wenn der Kartenwechsel erst mal vollzogen ist und wenn die sicherlich auftretenden Kinderkrankheiten der damit verbundenen, vollkommen neuen Version kuriert sind und wenn die Android Version im Markt ist, dann können wir über eine sinnvolle – weil effiziente – Portierung nachdenken. Vorher ist daran nicht zu denken. Leider.