Keine Unruhe – skobbler gibts noch. Und wie!

von Marcus am 18. April 2010

Am Dienstag kommen neue Infos zu:

- Riesenupdate 2.1 für den iPhone skobbler mit wichtigen Produktverbesserungen

- Neuigkeiten zur Android-Version

- skobbler wird international

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Das wird langsam zur Gewohnheit

von Marcus am 25. March 2010

Schon wieder ein Platzhalter. Ich entschuldige mich. Im Moment komme ich einfach nicht dazu, einen vernünftigen Blog-Eintrag zu verfassen.

Daraus könnt Ihr allerdings schließen, dass hier alles andere als Stillstand herrscht.

Im Gegenteil, aktuell läuft hier jede Menge:

- Arbeit am neuen Update von skobbler fürs iPhone, welches einen Riesenschritt nach vorne bedeuten wird

- Kooperation mit Partnern, um das Routing von skobbler und die Editierungsmöglichkeiten mit Hilfe bekannter OSM-Editoren zu verbessern

- Überarbeitung des OSM Rückkanals (vielen Dank für das großartige und sehr hilfreiche Feedback)

- Fertigstellung der Beta der skobbler Android App

- Erstellung einer US Version von skobbler fürs iPhone

- Aufsetzen eines skobbler Forums

- Erstellung von OSM Tutorialvideos

Zu vielen dieser Themen kommen hier in Kürze detailliertere Infos. Vielen Dank für das großartige Feedback und die tollen Kommentare – sie helfen uns oft, Prioritäten zu setzen und einige Dinge auch aus anderen Blickwinkeln zu sehen.

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Gar nicht mal so schlecht

von Marcus am 18. March 2010

Der iPhone skobbler auf Basis von OpenStreetMap (OSM) ist mittlerweile seit 14 Tagen in Apples App Store erhältlich. Wir sind über den großen Erfolg (konstante Plazierung in den Top 15) sehr überrascht und erfreut. Auch wenn wir eher gemischte Bewertungen bekommen, so hätte ich damit gerechnet, dass der Mainstream zu diesem frühen Zeitpunkt noch in viel größerem Maße nicht auf OpenStreetMap-Navigation stehen würde. Und immer dran denken: skobbler wird im Laufe der Zeit immer besser – das nächste Update ist schon längst in Arbeit.

Das aktuelle Ergebnis ist damit zunächst mal eine positive Überraschung. Gleiches lässt sich auch zu einem kürzlich erschienenen Vergleich der Aktualität von Kartenmaterial sagen. Mit so einem hervorragenden Testergebnis für OSM hätte ich nicht gerechnet. Ich bleib dabei: Unabhängig von den heute noch teilweise vorhandenen Schwächen gehört OSM in jedem Fall die Zukunft!

Wie Ihr bereits wisst, sind wir sehr bemüht, unseren Teil zur Verbesserung der Karte beizutragen. Dazu sind wir auf der einen Seite unter anderem mit Entwicklern wie CloudMade oder den Machern der Editoren JOSM und Potlatch in Kontakt. Auf der anderen Seite liegt uns aber natürlich unser Rückkanal zur Meldung von Kartenfehlern besonders am Herzen.

In der ersten Woche wurden über 5.000 Bugs gemeldet, von denen im gleichen Zeitraum bereits über 500 behoben wurden. Und es geht munter weiter. Vielen Dank an alle, die bei Meldung und Behebung mitwirken.

Wir wissen jedoch auch, dass der Rückkanal noch in vielerlei Hinsicht nicht gut ist. Wir werden ihn daher gründlich weiter entwickeln. Wir arbeiten für die nächste Version an einer Möglichkeit, in einem gewissen Umkreis um die Meldestelle die geplante und die tatsächlich gefahrene Route mit einzublenden. Durch die Abweichung zwischen beiden Routen wird es viel einfacher, die Problemstelle und damit den zugrundeliegenden Fehler zu identifizieren.

Besonders Eure Kommentare im Blog und per E-Mail helfen uns, gezielte Verbesserungen vorzunehmen. Auch wenn ich nicht jeden Kommentar hier beantworte, so könnt Ihr doch sicher sein, dass alle gelesen werden. Die Planungen für ein Forum konkretisieren sich auch.

Noch eine sehr gute Info zum Schluss: Mit der Entwicklung der skobbler Android-Lösung geht es klasse voran (harrr). Ohne mich final festlegen zu wollen, würde ich aktuell auf eine Verfügbarkeit Ende Mai tippen.

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Die kleine OpenStreetMap-Tour

von Marcus am 9. March 2010

Offtopic-KURZINFO vorab: Die Blitzeranzeige hatte eine Macke. Haben wir behoben – funktioniert wieder. Vielen Dank für Euer Feedback!

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Dies ist der erste von sicherlich relativ vielen Posts zu den Themen OpenStreetMap-Karte, -Hintergründe, -Verbesserungen in den nächsten Wochen. Hinsichtlich des Formats bin ich noch etwas unschlüssig, da ich den Blog eigentlich als relativ ungeeignet für Tutorials halte. Es wird wirklich Zeit für ein Forum.

Heute werde ich zunächst einen kleinen Einblick für diejenigen bieten, die sich etwas mit OpenStreetMap (OSM) vertraut machen möchten und sich darunter noch gar nichts vorstellen können. Ein sehr guter Anlaufpunkt ist grundsätzlich das ausführliche und gut verständliche Wiki von OpenStreetMap. Hier findet man (fast) alles, was es zu OSM zu sagen bzw. zu wissen gibt.

Schon ganz gut” ist noch nicht gut genug

Um das revolutionäre Prinzip von OpenStreetMap dort nachvollziehen können und als Einstieg die Materie, gibt es dort eine übersichtliche Zusammenfassung von OSM für Einsteiger. Wie hervorragend dieses OSM-Konzept tatsächlich funktioniert, zeigt gerade erst wieder das Resultat eines aktuellen Vergleichstests zwischen verschiedenen Kartenlösungen, bei dem OSM schon heute die Konkurrenz hinter sich lässt. Selbstverständlich bleibt aber noch jede Menge zu tun. Dazu sollte man jedoch verstehen, was zu tun ist und was man tun kann.

Wie darf man sich die Funktionsweise der OSM-Karte vorstellen?

Grundsätzlich setzt sich die OSM-Karte selbst aus verschiedenen Grundelementen zusammen: es gibt  sogenannte Nodes (Knotenpunkte), Ways (Wege) und Areas (Gebiete, z.B. Häuserblöcke oder Wälder). Einzelne „Tags“, die man in Schlüssel und Werte aufteilt, beschreiben die jeweiligen Eigenschaften dieser Bestandteile von OpenStreetMap. Dies ist gleichzeitig ein sehr einfach verständlicher und flexibler Aufbau.

Die „Tags“ können dabei grundsätzlich von jedem frei gewählt werden. Man kann einem Weg oder Knotenpunkt eine Vielzahl von „Tags“ bzw. Beschreibungen geben. Das bietet einerseits zwar viele Möglichkeiten, kann jedoch auch zu großem Chaos führen. Denn letztlich müssen diese „Tags“ auch interpretiert werden können. Dazu ist eine gewisse Grundordnung oder Standardisierung sehr hilfreich, weshalb mittlerweile für viele von ihnen ein gewisser Konsens erarbeitet wurde. Es existiert daher mittlerweile eine wunderbare Liste zur „Standardverwendung“ von „Tags“.

Und wie kann man die OSM-Karte jetzt tatsächlich selbst verbessern?

Um mit diesem Hintergrundwissen die Karte verbessern zu können, bedient man sich am besten sogenannter „Editoren“. Die bekanntesten sind dabei Potlatch und JOSM. Beide bieten bereits recht umfassende Funktionen. Zudem ist auch noch der relativ neue Editor Mapzen von CloudMade erwähnenswert. Eine Übersicht zu den wichtigsten Editoren findet man ebenfalls im OSM-Wiki.

Um sich etwas eingehender mit dem Thema zu befassen und einen Blick über den Tellerrand zu werfen, kann man sich auf zahlreiche Seiten zu dem Thema austoben. Ich persönlich finde die Seite von Ogee ganz gelungen. Hier findet man eine gute Linksammlung zu verschiedenen Themen rund um OSM. Auch einige Tutorials sind verlinkt.

Auf Basis dieser grundlegenden Einführung werde ich in Kürze präzisieren, welche “Tags” aus unserer Sicht vor allen Dingen zur Verbesserung der Navigationsfähigkeit der OSM-Karte beitragen können. Zudem habe ich fest vor, ein brauchbares Format für kleine Tutorials zu finden.

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Seit gestern ist das Update für die skobbler iPhone App auf OpenStreetMap live.

Wir sind sehr auf Euer Feedback gespannt. Der Einführungspreis liegt bei 2,99 Euro. Für alle bestehenden skobbler App Nutzer ist das Update natürlich kostenlos. Die alte Version wird nur noch bis 10. März funktionieren. Also aktualisiert bitte Eure App.

Vieles, was zum Wechsel auf OpenStreetMap zu sagen ist, findet Ihr im Infovideo auf unserer Homepage. Damit löst sich auch das Bilderrätsel von Anfang der Woche. Wer mehr Hintergrundinformationen über unsere Einschätzung zum Kartenwechsel und die Historie dazu erfahren möchte, findet viele weitere Infos in älteren Blogposts.

Wir sind wirklich glücklich, bereits eine brauchbare Version von skobbler in der Kürze der Zeit hinbekommen zu haben. Natürlich entwickeln wir mit unveränderter Geschwindigkeit weiter. Gerade auch der Rückkanal zur Fehlermeldung muss sich noch sehr verbessern. Die dazu korrespondierende Seite werden wir kurzfristig live schalten. Die gemeldeten Fehler gehen bis dahin auf jeden Fall nicht verloren.

In den nächsten Blogposts werde ich vor allem darauf eingehen, wie man die OpenStreetMap-Karte selbst bearbeiten kann (ja, ich bin noch einen Post zu den OSM-Tags schuldig…).

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So sieht skobbler mit der OSM-Karte aus

von Marcus am 3. March 2010

Das Schiff ist zu Wasser gelassen, die Reise kann beginnen.

Heute haben wir die erste Version von skobbler auf Basis von OpenStreetMap an Apple zur Freigabe geschickt. Wir sind sehr gespannt, was passieren wird. Hier die ersten offiziellen Screenshots der skobbler OSM-Version:

Tagmodus

Tagmodus

Nachtmodus

Nachtmodus

Wir Ihr seht, bietet skobbler jetzt 2,5D-View und die Karte in Fahrtrichtung. Der kleine Käfer-Knopf ist der “Bug”-Report-Knopf für den OSM-Rückkanal. Ich bin gespannt, wie skobbler im neuen Look ankommt.

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Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ihr werdet es bald verstehen.

Der heiße Stuhl

Der heiße Stuhl

Der versprochene Blogpost zu den OSM-Tags hat sich deshalb etwas verschoben und folgt in Kürze.

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Dies ist der zweite Teil zu meinem gestern begonnenen Post „Ist skobbler für OpenStreetMap Segen oder Fluch?“. Es sind noch die beiden Fragen zu beantworten, ob skobbler die über den Rückkanal editierten Daten für sich behält und ob ein Projekt wie skobbler OSM nach vorne bringt oder die die Community ausbeutet.

Wie gestern lege ich im Folgenden meine Sicht der Dinge dar.

Zu 3. Behält skobbler die über den Rückkanal editierten Daten für sich?

Nein, wir werden die über den Rückkanal editierten Daten sicherlich nicht für uns behalten. Der Rückkanal dient der Verbesserung der OSM-Karte. Wie gestern bereits verdeutlicht, wollen wir dazu beitragen, dass sich diese so schnell wie möglich verbessert. Der Versuch, in OSM sein „eigenes Ding“ zu machen wäre absolut kontraproduktiv und zum Scheitern verurteilt. Damit hätte man den Kerngedanken von OSM nicht verstanden.

In der ersten Version des Rückkanals werden wir die dort gemeldeten Fehler zunächst auf einer eigenen Webpage anzeigen, die OpenStreetBugs nachempfunden ist. Entgegen meiner vorherigen Aussage werden wir die Daten nicht sofort in OpenStreetBugs einstellen. Dazu haben wir uns mittlerweile entschieden, um dieses Portal nicht zu fluten und ggf. Spam zu erzeugen, falls irgendetwas nicht so funktionieren sollte, wie wir es uns gedacht hatten (sonst würden wir dort zunächst eventuell mehr Schaden als Nutzen erzeugen). Die gemeldeten Fehler werden dann über einen direkten Link in den etablierten OSM-Editoren JOSM und Potlatch bearbeitbar sein. Alle Verbesserungen auf Basis der gemeldeten Fehler werden demnach direkt in die OSM-Karte einfließen.

Sobald wir einige Erfahrungen über Anzahl und Art der gemeldeten Fehler gemacht haben, werden wir sie in einer zukünftigen Version direkt in bestehende  Portale wie OpenStreetBugs einfließen lassen. Insgesamt wird sich der Rückkanal im Zeitablauf deutlich weiterentwickeln. Er wird einfacher und umfassender zu bedienen sein. Die erste Version ist, wie der erste OSM-skobbler selbst, lediglich als ein Anfang zu verstehen.

Zu 4. Bringt ein Projekt wie skobbler OSM nach vorne oder beutet es die Community aus?

Wie aus den vorgenannten Punkten hoffentlich deutlich geworden ist, versuchen wir unser Möglichstes, einen positiven Impuls für die bereits rasante Verbesserung der OSM-Karte zu liefern. Auch wenn ich mich wiederhole: Wir glauben an Crowdsourcing und Community-basierte Ansätze. Wer uns das nicht glaubt, kann uns auch gerne  Egoismus unterstellen, denn das Ergebnis bleibt schließlich das gleiche: Wir wollen, dass sich die OSM-Karte verbessert. Diese Verbesserung kommt allen zu Gute, die OSM benutzen. Ganz egal, ob es sich dabei um Endnutzer oder Entwickler handelt.

Navigation gehört zu den komplexesten und damit schwierigsten Diensten, die man kartenbasiert anbieten kann.  Hier hat OSM aktuell noch merkliche Schwächen. Diese können nur zügig behoben werden, wenn zunächst in Zusammenarbeit mit etablierten Entwicklern wie CloudMade daran gearbeitet wird, der Community die dafür notwendigen Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. Daran arbeiten wir. Zudem müssen verschiedene Softwareprobleme im Bezug auf Routing und Interpretation der Daten gelöst werden. Auch daran arbeiten wir. Das wichtigste wird aber sein, viele Benutzer von OSM-basierten Lösungen dazu zu bringen, einen direkten (editierien) oder indirekten  Beitrag (melden) zur Verbesserung der Karte zu leisten.

Wenn sich richtig viele Nutzer sinnvoll beteiligen, wird die OSM-Karte nicht aufzuhalten sein und schon bald eine unschlagbare Kartenlösung für jedweden ortsbezogenen Dienst darstellen.

Den Vorwurf der Ausbeutung kann ich nicht nachvollziehen. Welchen Nutzen hat eine Karte, wenn sie nicht in interessanten Produkten Anwendung findet? Ich teile sicherlich die Meinung, dass diese Produkte deutlich weniger kosten müssen, als solche, die sogenannte „Premiumkarten“ verwenden. Weshalb das (je nach Art des angebotenen Produkts) nicht gleichzeitig bedeuten kann, dass OSM-basierte Produkte immer kostenlos sein müssen, habe ich bereits gestern dargelegt: die Karte ist eine wichtige, aber eben nicht die einzige Komponente, die zu Kosten beim Entwickler führt.

Hoffentlich konnte ich Euch meine Sicht der Dinge verständlich vermitteln. Solltet Ihr Fragen zu den genannten oder auch gänzlich anderen Themen haben, so werde ich sie Euch gerne in Kommentaren oder weiteren Blogposts beantworten. Diese Woche werde ich auf jeden Fall auch noch etwas zum Thema OSM-Tags schreiben. Edit: Gebt mir bitte noch bis Mitte der Woche bzgl. des Posts zum Thema “Tags”. Vorher komme ich leider nicht dazu.

http://blog.skobbler.de/2010/02/skobbler-osm-segen-fluch-1v2/

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In einigen Foren und auch hier im skobbler Blog kommen derzeit interessante Fragen hinsichtlich unserer Umstellung auf OpenStreetMap (OSM) auf:

1. Glaubt skobbler wirklich an OSM oder hatten wir einfach keine andere Wahl?

2. Darf skobbler als OSM-basierte Lösung etwas kosten?

3. Behält skobbler die über den Rückkanal editierten Daten für sich?

4. Bringt ein Projekt wie skobbler OSM nach vorne oder beutet es die Community aus?

All diese Fragen sind in meinen Augen absolut nachvollziehbar und berechtigt. Ich werde meine Sicht zu den jeweiligen Punkten im Folgenden relativ ausführlich darlegen und dabei versuchen, auch noch ein paar Hintergrundinformationen zu geben. Heute schreibe ich etwas zu den ersten beiden Punkten, morgen kommt etwas zu den letzten beiden.

Zu 1. Glaubt skobbler wirklich an OpenStreetMap (OSM) oder hatten wir einfach keine andere Wahl?

Beides. Zunächst hilft es, sich kurz noch mal vor Augen zu führen, wo skobbler herkommt. Die skobbler GmbH wurde im September 2008 aus der Navigon AG ausgegliedert. Seitdem ist skobbler eine vollkommen eigenständige Firma,  die selbständig ihre eigenen Produkte entwickelt.

Wir hatten OSM bereits seit 2008 im Blick, da das Konzept von allen Kartenlösungen am ehesten mit der ursprünglichen skobbler Vision – einer kostenlosen bzw. sehr kostengünstigen Navigationslösung auf Handys als Basis für interessante Zusatzdienste – vereinbar war. Schließlich sind sowohl OSM als auch skobbler im Kern Community-basierte Ansätze. Andererseits muss man auch ganz eindeutig feststellen, dass OSM ursprünglich nicht wirklich für Navigation aufgesetzt war. Als wichtigstes Kriterium und Gradmesser für die Qualität galt vielen im OSM-Universum stets alleine die Kartenabdeckung. Zudem wurden viele zusätzliche, auf der Karte sichtbare Details eingefügt. Die vielen nicht sichtbaren Attribute, die für eine gut funktionierende Navigation extrem wichtig sind, waren nicht vorhanden oder kamen in Ansätzen erst später hinzu. Da das skobbler Projekt innerhalb von Navigon seinen Ursprung genommen hat, diente aber auch von Beginn an das Kartenmaterial als Grundlage, welches bei Navigon eingesetzt wird und schon damals eine solide Navigationsfunktionalität ermöglichte. Dabei handelte es sich um Kartenmaterial der Firma Navteq.

Wie ich bereits mehrfach hier im Blog angedeutet hatte, kam es nach dem unerwartet großen Erfolg von skobbler im Apple App Store Mitte Oktober 2009 zu einer plötzlichen Veränderung der Beziehung zu diesem Kartenanbieter. Als Resultat mussten wir uns, entgegen unserer ursprünglichen Planung, zügig nach einer neuen Kartenlösung umschauen. Nach intensiver Überlegung und eingehender Prüfung verschiedener Alternativen haben wir uns schließlich für OSM entschieden.

Mit diesem Hintergrundwissen lässt sich jetzt die oben unter 1) aufgeworfene Frage nun knapp beantworten. Wir haben den Wechsel auf OSM-Kartenmaterial stets als eine erwägenswerte und logisch naheliegende Variante für skobbler in der Zukunft gesehen. Technische und lizenzbezogene Rahmenbedingungen hätten uns den Wechsel aber wohl erst in einigen Jahren tatsächlich durchführen lassen. Durch die radikale Änderung der Kartenlizenzsituation mussten wir von unserem technisch ursprünglich vorgezeichneten Weg viel früher als geplant abweichen. Wir haben uns für OSM als bestmögliche Alternative entschieden.

Der entscheidende Punkt dabei: Wir glauben an Crowdsourcing, wir glauben an Community-basierte Projekte, die dem Endkunden guten Service für wenig (oder kein) Geld ermöglichen. Etwas handfestere Gründe für den Wechsel waren die insbesondere in Deutschland großartige Entwicklung der OSM Karte, die Vermeidung weiterer Wechselei zu einem späteren Zeitpunkt sowie eine enge Kooperation mit CloudMade. Letztere hat uns überzeugt, dass auch im Bereich der Infrastruktur um und hinter OSM sich vieles in die richtige Richtung zu entwickeln scheint.

Nichtsdestotrotz muss man ebenso realistisch eins festhalten: Für eine Firma wie skobbler ist der Wechsel auf OSM zum jetzigen Zeitpunkt ein extrem großes Risiko. Wir haben ausschließlich dieses eine Produkt, wir setzen buchstäblich „alles auf eine Karte“. Wir können nicht mal eben in einem OSM-Projekt ein paar Entwickler auf dem Thema rumprobieren lassen. Hier heißt es für uns: entweder ganz oder gar nicht. Dadurch werden die Schwächen, die OSM im Moment im Bezug auf Navigation einfach noch hat, für uns zu sehr scharfen Klippen, da viele Endnutzer kaum interessieren wird, warum das ein oder andere vielleicht noch nicht wie gewohnt funktioniert. Wir müssen versuchen, diese Klippen selbst so gut wie möglich zu umschiffen bzw. dazu beitragen, dass die Tools geschaffen werden, mit denen die Schwächen in der kürzestmöglichen Zeit vernünftig behoben werden können.

Letztlich kann sich die OSM-Community auch aus diesem Grund sicher sein, dass wir alles daran setzen werden, die Verbesserung der OSM-Karte mit aller Kraft zu unterstützen.

Zu 2. Darf skobbler als OSM-basierte Lösung etwas kosten?

Die anhaltende Weiterentwicklung einer bestmöglichen Navigationslösung auf verschiedenen Handyplattformen, die Weiterentwicklung eines bestmöglichen Rückkanals, die Mitwirkung an der Entwicklung immer besserer Kartentools mit Kooperationspartnern etc.  – um all das leisten zu können, benötigt man ein Entwicklerteam, Entwicklungslizenzen, Hilfe von anderen Entwicklern, Contentlizenzen, Rechtsanwälte (!), Büroräume, Tester, Testfahrten, Hardware, Server, usw. Das kostet Geld. Und an diesem Punkt sind eventuelle Lizenzkosten für eine Kartenlösung noch gar nicht ins Spiel gekommen.

Die Karte ist ein wichtiger Teil der Gleichung. Aber sie ist eben nur ein Teil. Durch den Einsatz von OpenStreetMap ist es uns möglich, skobbler durchgängig für einen sehr günstigen Preis anzubieten. Ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass eine OSM-basierte Applikation nicht viel kosten darf. 5 Euro für eine Navigationslösung, die zudem als wichtigen Bestandteil einen Rückkanal enthält, der dem OSM-Projekt zugute kommen soll, sind in meinen Augen fair.

Eins ist aber auch klar: Sobald wir eine Möglichkeit sehen, uns anders als durch den Verkauf der App zu finanzieren, ergibt sich auch Spielraum beim App-Preis.

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Zwischenstand

von Marcus am 20. February 2010

Wir fahren aktuell fleißig die kommende, OpenStreetMap-basierte skobbler Version für das iPhone Probe. Sie wird aller Voraussicht nach zwischen dem 5. und 10. März in den App Store kommen. Das Update wird natürlich für alle bestehenden skobbler kostenlos sein.

Ich kann nur sagen: die Navigation der neuen Version sieht richtig schick aus. Sie beinhaltet eine 2,5D Ansicht und Karten in Fahrtrichtung. Hier in Berlin ist auch die Abdeckung der OSM-Karte absolut großartig.

Trotzdem werden wahrscheinlich viele skobbler Nutzer nach der nächsten Aktualisierung sehr sauer sein, da einige Dinge noch nicht so gut funktionieren werden, wie sie gewohnt sind. Da denke ich zum Beispiel an die größtenteils fehlenden Abbiegeverbote.  Hier muss sich die Karte noch deutlich verbessern, hier müssen auch wir noch heftig am skobbler schrauben. Das wichtige beim OSM-Konzept ist jedoch immer: Wenn Dir etwas nicht gefällt, hilf mit, es zu verbessern.

Um die weitere Verbesserung der OSM-Karte zu unterstützen, wird der skobbler einen sogenannten Rückkanal beinhalten. So haben die skobbler Nutzer die Möglichkeit,  Fehler und Probleme bei der Navigation per Knopfdruck direkt zu melden. Die kartenbezogenen Probleme werden dann direkt an OpenStreetBugs gemeldet. Edit: Entgegen unserer ursprünglichen Planung werden die kartenbezogenen Probleme zunächst auf einer Seite bei skobbler angezeigt, die OpenStreetBugs ähnelt. Mehr Information findet ihr hier.

Dort können die aktiven OSM-Mapper sich dann den gemeldeten Fehlern annehmen und die Karte weiter verbessern. Natürlich werden auch wir selbst mit unseren Möglichkeiten zur Behebung dieser Fehler beitragen. Die Funktionen und Funktionsweise des Rückkanals werden wir nach und nach verbessern.

Ich möchte bereits jetzt etwas klar machen, was ich sicherlich in einigen späteren Blogposts wiederholen werde: Das nächste Update MÜSSEN wir zu diesem festen Zeitpunkt bringen. Wir haben da keinerlei Spielraum. Deshalb sind einige Dinge einfach noch nicht optimal. Sie sind noch nicht fertig. Wir arbeiten aber natürlich kontinuierlich mit Hochdruck weiter. Man könnt auch sagen: Das kommende Update lassen wir beim Rennen fallen. Wenn die OSM-Karte sich so großartig weiterentwickelt wie bisher und wir dazu vielleicht noch einen zusätzlichen positiven Impuls geben können, wird schon relativ bald etwas Großartiges entstehen können.

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